Liebe Maritta und Familie, liebe Trauergemeinde, liebe Sangesfreunde,
wir stehen heute hier, um Abschied von unserem langjährigen Shantychor Kameraden Harry Strauß zu nehmen.

Wenn ein Seemann seine letzte Reise antritt, hinterlässt er eine tiefe Lücke in der Mannschaft! Für unseren Shantychor ist es ein schmerzhafter Verlust,
denn Harry war nicht nur einfach eine Stimme in unserer Runde, er war langjähriger Kamerad und zuletzt auch ein Vorbild an Lebensmut.
Hinter Harry liegt eine lange Zeit der Krankheit mit Höhen und Tiefen. Daher konnte er auch das ein oder andere Mal nicht bei Proben oder Auftritten dabei sein. Diese „Auszeiten“ stimmten uns leider nicht immer nachdenklich, da er außer im Shantychor noch in zwei weiteren Chören musikalisch unterwegs war, viele Ehrenämter hatte, und auch politisch aktiv war!
Doch - wenn wir heute ganz ehrlich in uns hineinhorchen, dann mischt sich in unsere Trauer auch ein tiefes Bedauern: Es macht uns unendlich traurig, dass uns allen gar nicht so bewusst war, wie schwer krank er wirklich war! Das lag vor allem an seiner ganz besonderen Art. Harry war niemand, der Mitleid wollte. Er hat sich niemals beklagt oder beschwert. Stattdessen zeigte er uns sein bekanntes, verschmitztes Lächeln.
Heute denke ich, dass er damit seine Last im Stillen oft einfach weggelächelt hat. Wenn er bei uns war, zählte nicht seine Krankheit, sondern das Leben und das gemeinsame Singen!
Wir erinnern uns voller Respekt daran, dass - wann immer sein Gesundheitszustand es auch nur im Geringsten zuließ - er bei den Chorproben oder Auftritten dabei war. Egal, ob wir gemeinsam auf der Bühne standen oder bei den CD-Aufnahmen zu unserem 50sten Jubiläum, wenn er da war, dann schenkte er uns seine volle Aufmerksamkeit und seine Stimme.
Und gerade weil er so tapfer war, immer diesen Schalk im Nacken hatte und unbewusst doch so viel Stärke in sich trug, haben wir vielleicht oft gar nicht gesehen wieviel Kraft ihn das wohl manchmal gekostet haben muss.
Nun hat er seine letzte Reise angetreten, seine Stimme ist verstummt. Aber die Melodien „von der Weite des Meeres und der Sehnsucht nach Heimat“, die wir gemeinsam gesungen haben klingen weiter in unseren Herzen und lassen uns an ihn denken!
Lieber Harry, wir danken Dir für Deine Treue, Deinen Humor, Dein Frotzeln und für jeden gemeinsamen Ton. Wir wissen Dich jetzt in guten Händen und sind sicher, dass Du deinen Frieden gefunden hast. Wahrscheinlich sitzt Du sogar schon auf einer Wolke und kommentierst lächelnd unser Singen mit Deinem Dir eigenen trockenen Humor! Und sei versichert, Deine liebe Frau Maritta wird ein Teil unserer Shanty Gemeinschaft bleiben.
Nun senken wir unsere Stimmen und rufen Dir ein letztes „Ahoi“ zu. Gute Reise Kamerad, wohin auch immer Du jetzt segelst!
Deine Kameraden und Kameradinnen des Shantychores Homberg-Borken
Text: Martina Bülter, Vortrag: Helmut Paulduro