Weihnachtskonzert 2024 - Seemannsgeschichte mit Liedern

Der Shantychor Homberg-Borken veranstaltete am 08.12.2024 ein Weihnachtskonzert in der Ev. Kirche in Borken-Nassenerfurth. Der Chor sang maritime Weihnachtslieder, eingebunden in die folgende Seemannsgeschichte.


Wie der heilige Nikolaus der Patron aller Seeleute und Schiffer wurde

Lang, lang ist's her. Es gab noch keine Autos, keine Eisenbahnen und auch noch keine Flugzeuge. Die Seeleute, die damals mit ihren Schiffen über das Meer fuhren, spannten große Segel auf. Die Kraft des Windes trieb ihr Schiff von Hafen zu Hafen. Aus dieser Zeit erzählt man sich die Geschichte, wie der heilige Nikolaus, der Bischof von Myra, zum Schutzpatron der Schiffer geworden ist.

Eines Tages segelte ein stolzes Schiff durch das Mittelmeer. Es wollte nach Konstantinopel. An Bord trug es reiche Schätze Arabiens. Es war wohlausgerüstet und hatte eine tüchtige Mannschaft. Der Kapitän war ein alter, erfahrener Seemann.

Schon war der ersehnte Hafen nicht mehr weit, da verdüsterte sich der Himmel, Wind sprang auf, und die Kämme der Wellen wurden schaumig und weiß. Doch der Kapitän hatte mit seinem Schiff schon so manches böse Wetter durchgestanden. Er wusste, was zu tun war. Er ließ die Segel reffen. Das Ruder nahm er selber in die Hand. Genau dem Wind entgegen, drehte er den Bug seines Schiffes. Die Seeleute gehorchten seinen Befehlen aufs Wort. Doch der Wind wurde immer wütender, wuchs zum Sturm, heulte in den Tauen und  Masten und riss den Leuten die Worte vom Mund.

Noch kämpfte das Schiff unverdrossen gegen die Wellen an. Aber schon türmte der Sturm das Wasser zu Bergen, schon warfen sich die Wellen über die Bordwand und überspülten das Deck. Breitbeinig stand der Kapitän und hielt das Ruder fest. Sein Steuermann half ihm dabei. Jetzt prasselten Regenschauer hernieder. Es wurde finster wie in der Nacht; eine Nacht ohne Sterne, ohne Mond. Wieder schäumte ein Wellengebirge hoch auf, zerbrach und stürzte auf das Schiff. Das Holz ächzte. Ein Zittern durchlief den Schiffsrumpf und alle, die er trug. Pfeifen und Knirschen fuhr durch den Mast, ein Splittern, ein Krachen! In halber Höhe zerbarst ein Mast.

Wie wild hieben die Männer mit Beilen und Äxten die Taue durch, damit das Wasser das gebrochene Holz wegschwemmen konnte. Doch eine Woge Riss den mächtigen Mast hoch auf, schlug ihn gegen das Schiff und stieß ein Loch in die Bordwand. Immer noch hielten die Taue den Rammbock. Da liefen die Seeleute fort, um dem wildgewordenen Mastholz zu entgehen.

Schon sah der Kapitän sein Schiff verloren, da fiel ihm in der höchsten Not ein, was er einst vom Bischof Nikolaus von Myra gehört hatte. „Sankt Nikolaus, Sankt Nikolaus! Bitte für uns!”, schrie er dem Sturm entgegen. Die Seeleute, die ihm am nächsten standen, hörten seinen Schrei. Sie nahmen den Ruf auf. So drang er bis in das Vorschiff.

 „Sankt Nikolaus! Bitte für uns!”, schrien die Matrosen. Mit einem Male wurde es ein wenig heller. Plötzlich stand mitten auf dem Schiff ein Mann, den sie nie zuvor gesehen hatten. Er schwang seine Axt und hieb auf die Haltetaue ein. Die Matrosen fassten durch sein Beispiel wieder Mut und kappten die letzten Taue, die den gefährlichen Mastbaum noch hielten. Die nächste Woge trug ihn weit vom Schiffsrumpf fort.

Stunden noch wütete das Wasser, doch nach und nach wurden die Wellen zahmer, und allmählich flaute der Wind ab. Als schließlich die Sonne zwischen jagenden Wolken hin und wieder hervorschaute, da war die ärgste Gefahr vorbei.

Aber wie sah das stolze Schiff aus! Wie ein zerzauster Vogel trieb es auf dem Meer. Zerrissen die Planken, zersplittert die Bordwand, verwüstet das Deck, weggeschwemmt die Ladung. Endlich übergab der Kapitän dem Steuermann wieder das Ruder.

 „Bringt mir den Mann her, der uns gerettet hat!”, befahl der Kapitän. Doch so sehr die Seeleute auch suchten, sie fanden ihn nicht.

Am nächsten Tag tauchte die Küste von Kleinasien in der Ferne auf. Ein Notsegel, am Maststumpf mühsam aufgeknüpft, trieb sie langsam in den Hafen von Myra.

Die Matrosen vertäuten das verwundete Schiff. Sie warfen sich in ihre Kojen und wollten nichts als schlafen, schlafen, schlafen. Der Kapitän aber ging mit seinem Steuermann zur Kirche von Myra hinauf. Er wollte dem Herrn für die Rettung aus Seenot danken.

In der Kirche wurde gerade ein Gottesdienst gefeiert. Vorn am Altar stand der Bischof. Als die Seeleute näherkamen, erkannten sie ihn. Sie sahen, dass er der Mann war, der ihnen auf dem Meer so wunderbar geholfen hatte. Da priesen sie Gottes wunderbare Güte.

Überall verbreitete sich unter den Seeleuten diese Geschichte. So wurde der heilige Nikolaus der Patron aller Seeleute und Schiffer.

Nachruf auf unseren Kameraden Rüdiger Klipp

von Helmut Paulduro 

Rüdiger ist am 15. Oktober 2024 im Alter von 75 Jahren von uns gegangen. Ein tiefer Schock für alle Kameraden und Kameradinnen unserer Chorgemeinschaft. 

Seine Verbindung zum Shantychor begann 2007, als er dem Chor beitrat. Er liebte Seemannslieder von Freddy und Ronny und er war ein leidenschaftlicher Sänger. Von Beginn an engagierte er sich überdurchschnittlich und so war es fast selbstverständlich, dass er am 17. März 2010 zum 1. Vorsitzenden des Shantychores gewählt wurde - und das blieb er bis zum 11. März 2020 - also genau 10 Jahre. Als ehemaliger Polizist hatte er natürlich auch das nötige Durchsetzungsvermögen, das man in einem so individuellen Chor wie unserem benötigt!

In dieser Zeit investierte Rüdiger extrem viel Zeit für den Chor: er managte und organisierte Anfragen, Auftritte, Vereinsfahrten und Vereinsfeiern. Aber er wollte auch Vorbild sein: so nahm er Gesangs- und Mundharmonikaunterricht, um sein Bestes für den Chor zu geben.

Sein Gesangsunterricht führte dazu, dass unser damaliger Chorleiter - Theo Piscorz - Rüdiger für das Solostück - Sankt Niklas war ein Seemann - aussuchte. Er hat diesem Lied mit seinem Timbre eine eigene Prägung gegeben und im Laufe der Jahre war es kaum denkbar, dass ein anderer als Rüdiger dieses Lied interpretieren würde. Bei allen Kirchenauftritten des Chores gehörte dieses Solostück zum festen Repertoire und seine Stimme begeisterte das Publikum.

Rüdiger verstand es auch, neue Mitsänger zu begeistern.

Seit 2007 waren wir, Rüdi und ich, durch die Hochzeit meiner Tochter Stefanie mit seinem Sohn Ingmar verwandtschaftlich - und freundschaftlich -  miteinander verbunden. Und so beschlossen er und meine Frau im Jahr 2009 mich zu meinen 60. Geburtstag mit einem Auftritt des Shantychores Homberg-Borken zu überraschen. Ich war so begeistert von dem Auftritt, dass ich mich in den Chor stellte und anfing mitzusingen. Im gleiche Jahr trat auch ich in den Chor ein. Ob das nicht geplant war???

So vergingen die Jahre.

Nachdem Rüdigers Ehefrau, die ihn stets bei seiner Chorarbeit unterstützt hatte und dem Chor bei Feiern oder Jahreshaupt-Versammlungen immer helfend zur Seite stand, verstarb, hat er glücklicherweise noch einmal ein neues Lebensglück gefunden - Gisela. Sie zog ihn aus dem Tal der Trauer, begleitete ihn zu den Chorproben und Auftritten und stand ihm bei, als er krank wurde. Gisela - Danke dafür.

Rüdiger hat sein gesundheitliches Leid getragen - mit einer Würde und Willenskraft, die uns alle beeindruckt hat. Selbst als er merkte, dass die Zeit für ihn abläuft, kam er zur Chorstunde und zu den Auftritten. Dem gebührt unsere allergrößte Hochachtung.

Leuchtende Tage, nicht weinen, dass sie vorüber - nein - lächeln, dass sie gewesen.

So ist es uns eine große Freude, dass wir ihm zu unserem 50. Chorjubiläum noch einmal offiziell auf der Bühne im Bürgerhaus Borken danken und ihn zu unserem Ehrenvorsitzenden ernennen konnten.

Doch die Zeit liegt in Gottes Händen.

Wenn unser aller Kapitän uns ruft, müssen wir gehen - egal zu welcher Zeit - und völlig egal - ob es uns gefällt. Doch wir - der Shantychor Homberg-Borken - werden Rüdiger niemals vergessen und ihm stets ein ehrendes Andenken in unseren Herzen bewahren.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Angehörigen.

Möge Gott der Herr dich sicher bei sich aufnehmen. Und Sankt Niklas der Seemann wird dich tragen.

Danke Rüdiger, dass wir Dich hatten - Du fehlst uns. 

Rüdiger Klipp verstorben

In stiller Trauer nehmen wir Abschied von unserem Chor-Kameraden und langjährigen 1. Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden des Shantychors Homberg-Borken Rüdiger Klipp, der am 15. Oktober 2024 im Alter von 75 Jahren von uns gegangen ist.

  

2024 Rüdiger Klipp

Jubiläumskonzert - 50 Jahre Shantychor Homberg-Borken

Der Shantychor Homberg-Borken feierte am Samstag, den 28.09.2024, sein 50-jähriges Vereinsjubiläum mit einem großen maritimen Konzert im Bürgerhaus Borken. Mit an Bord waren der Edersee-Shantychor Waldeck und die Shanty-Gruppe Luv & Lee aus Römersberg. Nach der obligatorischen Begrüßung der Gäste durch den 1. Vorsitzenden Helmut Paulduro, würdigten die Gastredner aus Kultur und Politik das Engagement und die Verdienste des Jubiläumschores für die Region und darüber hinaus.

Anschließend präsentierten die drei Shantychöre ihr maritimes Liedgut im voll besetzten Saal des Bürgerhauses.

Einen ausführlichen Presseartikel lesen Sie in unserem Pressespiegel.

2024 Borken Jubiläum Veranstaltungsprogramm 750

2024 Borken Jubiläum SC Homberg Borken 750

Shantychor Homberg-Borken

2024 Borken Jubiläum SC Waldeck 750

Edersee-Shantychor Waldeck

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Shanty-Gruppe Luv & Lee Römersberg

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Abschlusslied mit allen drei Chören und dem Publikum: Wir lagen vor Madagaskar

Wohin der Wind uns weht

Zusammen mit der Feier zum 50-jährigen Vereinsjubiläum im Bürgerhaus Borken hat der Shantychor Homberg-Borken seine dritte Musik-CD herausgegeben: Wohin der Wind uns weht. Die CD wurde in hoher Qualität am Institut für Musik der Universität Kassel aufgezeichnet und stellt ein ideales Geschenk für viele Anlässe dar. Die Jubiläums-CD kostet 10 €, ggf. zuzüglich Verpackungs- und Versandkosten. Sie ist erhältlich:

  • bei der Tourist-Information Homberg (Efze)
  • bei der  Tourist-Info der Stadt Borken (Hessen)
  • während unseren wöchentlichen Proben in Dillich, Homberg und Borken (s. unseren Probenplan)
  • über unseren Veranstaltungs-Manager Rolf Knippschild oder ein anderes Vorstandsmitglied.


CD Cover 1 750

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